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Ich selbst habe überrascht erfahren, dass man in unserem Heimat über den Rhodesian Ridgeback negative Vorurteile trifft. Ich bin aber überzeugt, dass man sich wahrscheinlich nur wegen der Grössen der Zucht und auf Grund mangelhafter oder oberflächlicher Kenntnissese negativ äussern kann. Wer diese prachtvolle Hundenrasse besser kennengelernt hat, redet nur anerkennend darüber. Wahr ist, die Erscheinung eines ausgewachsenes Tieres verfügt über eine grosse Würde, sein Auftritt strahlt vor Kraft, Selbstsicherheit, sein gebietschützender Instinkt ist sehr stark. Wer in seiner Umgebung einen Ridgeback hat, der weiss auch, dass in dem Hund auch eine große Sensibilität, Spieltrieb und grosse Seele wohnt. Den Anspruch nach Komfort hat er von den Ahnen geerbt, die in alten Englischen, noblen Salonen gefaulenzt haben. Wenn man nicht aufpasst, liegt der Hund schon in dem vorgewärmten Sessel ! Wir haben oft gesagt dass sich Mongu so majestätisch auf die Sitzgarnitur gesetzt hat, dass man nur noch eine Zigarre und einen Brandy zwischen seine Pfoten vermisst hat. Natürlich ist der Hund nur daran gewöhnt was ihm von seinem Herren erlaubt wird, dazu muss man aber konsequent sein.
Der Zucht Ridgeback ist ausserordentlich intelligent, sie führt Anweisungen nicht bedingungslos durch sondern überlegt. Sinnlose Anweisungen führt sie nicht durch, lässt Befehle, die für ihn zwecklos sind, einfach ausser Betracht. Meiner Meinung nach ist er nicht geeignet für Wact- und Schutzaufgaben oder für Aufgaben, die Aggression erfordern. Er ist eine Hunderasse mit Jagdgene für die Familie, sehr gesellschaftsliebend. Seine Weisung fordert eine bestimmte Persönlichkeit an, man kann aber mit „physischer Abrichtung” bei ihm nichts erreichen. Man muss ihn als gleichgestellten Partner behandeln, nicht als Untergegeben. Davon abgesehen ist das Wichtigste, dass die Familie den Hund aufnimmt, er als Familienmitglied an ihrem Leben teilnimmt. Die entsprechende Erziehung und Fürsorge dankt er einem mit seiner besonderen Treue und Hingabe. Er hat nur einen Herren, er nimmt dafür die von ihm meistgeliebte Person in der Familie und ist dieser am allermeisten zugetan. Diese Eigenschaft haben wir hauptsächlich bei Mongu beobachtet, der meinen Schwager, Laci vergöttert hat. Auch Shingi hat verschiedene Gefühle zu den Familienmitglieder, das ist sehr interessant. Häufig sage ich, dass sie in meinen Mann Ákos „verliebt” ist, sie liebt ihn bis zur Vergötterung, und ich bin die Amme und Speisekammer für sie. Unsere Tochter, Kamilla ist von Shingo so liebgekost als ob sie ihr eigenes Kind wäre. Shingi ist eine Hündin und hat starke Muttertugenden. Trotz ihre Riesengrösse betet sie die Kinder an, und erträgt in aller Seelenruhe, dass das kaum 2jährige Mädchen sie hin und her zieht und quält. Falls sie von den Neckereien genug hat, geht sie einfach in ihren Winkel. Natürlich, wie bei jeder Hunderasse, da muss man dem Kind auch beibringen, den Hund beim Fressen und Schlafen ungestört zu lassen, und ausschliesslich nur in Anwesenheit der Erwachsenen mit dem Hund zu spielen. Shingi’s Sorge um Kamilla zeigt sich auch wenn das Mädchen weint, der Hund läuft sofort zu ihr, mit fragendem Gesichtsausdruck, was mit ihrer kleinen Freundin passiert ist, wie sie sie trösten könnte. Der Ridgeback hat einen sehr starken „Gefühlsradar”, reagiert sofort auf jede unserer Stimmungsschwankungen. Falls jemand in der Familie schlechte Laune hat schlägt sich das bestimmt auch auf seine Laune. Wir haben es bemerkt, in angespannten Momenten haben sie anders reagiert. Jeder Hund hat eine eigene Individualität. Mongu, der unter den Hunden der Rangälteste und Haufenführer war, hat in der Familie auch die Rolle des Friedensrichter übernommen und die Konfliktsituationen mit bestimmten Auftritten beantwortet, auch wenn es nur um verspielten Ringkampf ging. Shingi, die eine empfindliche Seele hat, flüchtet sich in dem ersten gespannten Moment von der „Frontlinie” und sucht Unterschlupf bei den anderen Familienmitglieder. Wenn alles wieder ruhig ist, kommt sie geschmollt zurück und mit ihrer Beleidigung weckt sie ernste Gewissensbisse in uns, sowohl als wegen einander als auch wegen ihr. Also ein erwachsener Rhodesian Ridgeback verfügt über eine reife soziale Empfindlichkeit. Sie reifen sehr lange, seine Persönlichkeit formt sich bis er 2-3 Jahre alt ist, dadurch kann man ihn auch solange lehren. Als Kleiner ist er masslos und verspielt, die ganze Welt ist ein Spielplatz für ihn. Das bringt ab und zu auch unerwartete Situationen, denen kann man aber mit richtiger Reaktion verbeugen. Der Ridgeback erreicht nach einem Jahr seinen erwachsenen Körperbau, man darf aber nicht vergessen dass in diesem grossen Körper noch zumindest 1 Jahr lang ein Kind wohnt. Er fühlt seinen Kraft noch nicht, und kann sich so sehr freuen, dass er einen beinahe umwerfen kann. Die grösste Gefahr, die Familienmitgliedern da droht ist, dass er riesengrosse Bussis gibt, die nicht immer von jedermann freudig begrüsst werden.
Er ist körperlich gut veranlagt, sie verfügen über einen riesengrossen Bewegungsdrang. Diese Energien werden aber in der Erwachsenheit ausgeglichen und nach dem täglichen Ausflug, langem Laufen, liegen sich faul auf ihrem Platz. Mongu hat von Zeit zu Zeit sehr gemocht, neben dem Auto oder dem Motorroller laufen, dabei hat er eine Geschwindigkeit von 50 km/h erreicht ! In diesem Bereich konnten wir einen Unterschied zwischen unseren Hunden finden: Wir bemerkt, dass unser männlicher Hund schneller, unsere Hündin hingegen länger laufen kann. Die Hündin hat also eine gleichmässige Leistung auf längerer Strecke. Wegen seine Herkunft Afrika mag er kaltes Wetter nicht. Dennoch ist sein Lieblingszeitvertrieb zu jeder Jahreszeit die Erkundung des Gartens. Nach dem ergiebigen Streifzug mag er sich aber an seinen Wirt anschmiegen oder in seinen angenehm warmen Winkel hineinkauern. Er findet seinen Platz auch in einer Wohnung ohne Garten, falls wir entsprechende Bewegung für ihn sichern. Er lärmt nie unnütz herum, benutzt seine Stimme nur als Signal. Zuerst macht er uns mit seinem tiefen Knurren auf die verdächtige Sache aufmerkasam , so wissen wir schon, dass wir ihn ins Freie entlassen müssen, dort kann er sich „ausbellen”.
Insgesamt haben wir mit dieser Hundezucht nur gute Erfahrungen und sind sehr glücklich, dass unsere Hunde mit ihrer hervorragende Persönlichkeit unsere Familie bereichern.
Ich hoffe sehr, dass dem zukünftige Rhodesian Ridgeback Besitzer auch so viele glückliche Stunden und schöne Erlebnisse mit ihrem Hund vergönnt sind, wie wir sie haben und hatten.
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